selbst Berge vergehen mit der Zeit

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Fotografie
selbst Berge vergehen mit der Zeit

Neulich habe ich wieder daran gedacht. Ich fotografiere seit ich 12 oder 13 Jahre alt bin. Es war 2008, glaube ich, als ich zum ersten Mal wirklich eine Kamera in der Hand hielt. Ich erinnere mich noch an eines meiner allerersten Bilder: im Regen, auf einem Friedhofsweg, eine Frau, die in der Ferne ging, von den Tropfen verschwommen, während die Umgebung um sie herum scharf blieb.

Seitdem ist es zur Gewohnheit geworden. Fast ein Reflex. Wie eine Art, die Zeit anzuhalten, wenn auch nur für diesen kurzen Moment.

Sternbild-Tattoo auf einem Arm
Ein Tag mit Alicia

2020 oder 2021, während des Lockdowns, wollte ich zurückblicken. Ich begann, alles neu zu ordnen: Fotos, Videos, vergessene Ordner, aufgestapelte Festplatten. Als wollte es mich abrupt stoppen, hörte eine davon ohne Vorwarnung auf zu funktionieren. Eine beträchtliche Masse an Dateien verschwand.

Und dann verging die Zeit.

Heute bin ich damit fertig. Ich habe gelernt, mit den Abwesenheiten zu leben. Vielleicht mache ich eines Tages aus den Fotografien, die mir geblieben sind, einen Blog oder ein Buch. Vielleicht versuche ich eines Tages, die verlorenen Bilder und Videos wiederherzustellen und daraus einen Spielfilm zu machen. Was auch geschieht, alles ist vergänglich.

Silhouette überquert nachts einen Zebrastreifen
In der Stadt Eupen